Von ökologisch denkenden Tittmoninger Bürgern

Klageverweigerung – Diskussion beim Sommerfest

Lagerfeuer SommerfestDie Mitglieder und Freunde der Ökoliste trafen auf dem Hof von Stadtrat Hans Glück zusammen, um in geselliger Runde über kommunalpolitische Ereignisse der letzten Zeit zu diskutieren. Hier ein Auszug aus dem Protokoll:

Anbindegebot ausgehebelt

Hauptthema war natürlich der Rückzug der Klage des Bund Naturschutz zum Brücknerneubau in Abtenham. Die Enttäuschung über das verweigerte Klagerecht, weil Deutschland ein entsprechendes EU-Gesetz immer noch nicht umgesetzt hat, war deutlich spürbar. Bei einem Gerichtsverfahren hätte man gute Chancen gehabt, diese Sünde zu verhindern, so die Vorsitzende der Ökoliste Ilse Englmaier. Hier werde ein Präzedenzfall geschaffen, wie man das Anbindegebot aushebeln kann. Das jüngst ausgewiesene Sonderbaugebiet werde das Landschaftsbild vor unserer Haustür sehr zum Nachteil prägen, fügte Stadtrat Hans Glück an.

‚Arche Sportpark‘

Ein weiterer Diskussionspunkt war die „Arche Sportpark“. Trotz des massiven Widerstandes der Stadträte der Ökoliste war die neue Sportanlage nicht zu verhindern gewesen, welche wieder ins Hochwassergebiet und dabei noch näher an die Salzach gebaut wird.
„Wir konnten uns mit unserem Alternativstandort außerhalb des Hochwassergebietes leider nicht durchsetzen und so kann man nur hoffen, dass das nächste Jahrtausendhochwasser nicht schon allzu bald kommt. Nicht umsonst hat die geplante Sportanlage beim Starkbieranstich bereits den Spitznamen ‚Floating-Arena‘ und ‚Arche Sportpark‘ bekommen“, so Stadtrat Robert Lex.

Erfreuliches aus dem Stadtrat

Aber es gibt auch Erfreuliches aus dem Stadtrat zu berichten, so Peter Wembacher. „So sind wir nun seit zwei Jahren ‚Fair Trade Stadt‘, wir haben eine gemeinsame Resolution gegen TTIP beschlossen und wir beziehen zu hundert Prozent Ökostrom für die städtischen Gebäude. Eine Ladestation mit zwei E-Autos wurde angeschafft und wir haben kürzlich die Erweiterung einer Biogasanlage mehrheitlich abgelehnt.“
Hans Glück ergänzte: „Hier sollte eine Anlage auf über 1000 kW ausgebaut werden, was unter anderem einen massiven zusätzlichen Bedarf an Mais nach sich gezogen hätte. Dies wäre ein völlig falsches Signal gewesen, sind wir doch Mitglied in der Ökomodellregion.“ Verwundert zeigten sich die Anwesenden über das Abstimmungsverhalten der beiden SPD-Stadträte, die der Vergrößerung zugestimmt hatten. Hans Glück merkte hierzu nur lapidar an: „Landwirtschaft war noch nie die Stärke der SPD, das hat sich bei diesem Thema wieder bestätigt.“

Ökomodellregion

Der Beitritt zur Ökomodellregion sei ein erfreulicher Schritt. Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen käme allerdings teilweise nur zögerlich voran. „Wir bleiben aber dran. Hier heißt es, immer wieder nachzuhaken und auch mal anderen auf die Nerven zu gehen. Manchmal dauert es halt ein bisschen“, meinte Hans Glück schmunzelnd.

Ethische und nachhaltige Geldanlagen

Genauso sei es auch beim Thema „ethische und nachhaltige Kriterien bei Geldanlagen“ der Stadt gewesen. Nach über einem Jahr des ersten Antrages der Ökoliste hierzu, der noch abgelehnt worden war, hätten es die Stadträte der Ökoliste zu einem einstimmigen Beschluss geschafft. Die Umsetzung sei allerdings gar nicht so einfach, denn es gebe nicht wirklich viele Banken, die letztendlich in Frage kämen, berichtete Hans Glück. Aber ein klares Zeichen wäre gesetzt.

Asylbewerber

Beim Thema Asyl hätte sich die Stadt lange geziert, erläuterte Peter Wembacher. Aber ab dem Zeitpunkt, an dem klar war auch Tittmoning würde Flüchtlinge aufnehmen, wurde eine Halbtagsstelle geschaffen und die Flüchtlinge würden bei uns vorbildlich betreut, sowohl von Seiten der Stadtverwaltung als auch vom Helferkreis.

Stadtplatz

Bei der Stadtplatzgestaltung sei seit der erfolgreichen Einführung der Kurzparkzone einiges in Bewegung gekommen, so Wembacher weiter. Im weiteren Schritten würden die Denkmäler freigestellt, das würde dem Stadtplatz zusätzlich gut tun. Außerdem sei eine rege Bautätigkeit bei der Renovierung alter Häuser festzustellen, wobei einige Anwesende den Wunsch äußerten, dass es bald auch eine Baustelle beim „Hotel Post“ geben möge.

Zu guter Letzt wiesen die Stadträte noch auf die nächste große Herausforderung hin: die Neugestaltung des alten Brückner-Geländes. Hier seien alle Bürger und Bürgerinnen aufgefordert, sich mit Ideen einzubringen. „Wir Bürger gestalten dabei ganz konkret die Zukunft der Stadt“, so Robert Lex.

Die Themen gehen nicht aus und die Stadträte versicherten, sich auch künftig konstruktiv und kritisch einzubringen. Und so endete das Sommerfest der Ökoliste in gemütlicher Runde rund um ein Lagerfeuer.

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