Von ökologisch denkenden Tittmoninger Bürgern

Weitere Argumente gegen den Brückenbau bei Fridolfing

Geplante Salzachbrücke bei Fridolfing

Weitere allgemeine Argumente gegen den Brückenbau:

Finanzierung:

Baukosten: 35 Mio. für eine kleine Kreisstraße bzw. für lediglich 4 900 Autos pro Tag?
Zum Vergleich: Die geplante Brücke bei Freilassing mit 14 000 KFZs pro Tag soll 22 Mio. Euro kosten.

Folgekosten und weiterer Flächenverbrauch: Der Brückenbau macht weitere Baumaßnahmen in Form von Umgehungsstraßen für etliche Gemeinden (z. B. Fridolfing, Wiesmühl, Weilham, Tengling, Tettenhausen und Palling) notwendig, um den deutlichen Anstieg des Schwerlastverkehrs bewältigen zu können, der sich nach dem Bau der Brücke unweigerlich einstellen wird.

Wichtigstes Argument für den Bau von Straßen ist neben der Befriedigung der Verkehrsnachfrage immer wieder die angebliche Wirtschaftsförderung. Dahinter steht die umstrittene Annahme, wirtschaftliches Wachstum benötige arbeitsteilige Prozesse, die wiederum ein leistungsfähiges Verkehrssystem erfordern. Diverse Studien haben mittlerweile empirisch belegt, dass Straßenbau nicht automatisch zu Wirtschaftswachstum führt. Und wir haben schon ein sehr dichtes Straßennetz!! Wichtiger wären Investitionen in den Erhalt der bestehenden Straßen.


Konflikt mit der Europäischen Gesetzgebung:

Inzwischen ist klar, dass das der Eingriff in das FFH-Gebiet so groß ist, dass es für das Bauvorhaben einer Ausnahmegenehmigung von der zuständigen EU-Kommission in Brüssel bedarf.

Gemäß der FFH-Richtlinie (= quasi Europäisches Naturschutzgesetz) sind Eingriffe in FFH- und SPA-(Vogelschutz-)Gebiete nur dann möglich, wenn

1: es um Leib und Leben geht (z. B. Hochwasserschutz oder die Sanierung der Salzach)

2: „zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses“ (bezüglich wirtschaftlicher und sozialer Infrastruktur) vorliegen

3: es keine andere zumutbare Alternative gibt,

zu 1: fällt weg, da die Brücke weder der menschlichen Gesundheit noch der öffentlichen Sicherheit dient.

zu 2: der Wunsch einiger Gemeinden nach kürzeren Verbindungen untereinander reicht nicht aus. „Zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses“ bedeutet für die zuständige EU-Kommission in Brüssel überragende positive wirtschaftliche Auswirkungen“ (z. B. an die 1000 neue Arbeitsplätze) in der gesamten Planungsregion 18 (d. h. in allen 5 Landkreisen TS, BGL, AÖ, MÜ, RO) und nicht nur die Förderung zweier Gewerbegebiete in den Gemeinden Fridolfing und Riedersbach/St. Pantaleon.

Das Argument, dass mit der Brücke die Infrastruktur erheblich verbessert werden würde, greift nicht, weil die Versorgung der Region über die B20 völlig zufriedenstellend bewerkstelligt wird.

Im Umland der geplanten Brücke herrscht schon jetzt eine sehr geringe Arbeitslosenquote von gut 3% (das kommt quasi einer Vollbeschäftigung gleich). Von daher ist eine wesentliche Förderung der regionalen Wirtschaftskraft gar nicht mehr möglich.

Kein einziges Tittmoninger Unternehmen hat sich ausdrücklich der Forderung einer neuen Salzachbrücke angeschlossen, weil keines darauf angewiesen ist. Auch kein einziger der Fridolfinger Betriebe ist auf die Brücke existenziell angewiesen.

Das Argument, dass die Tittmoninger Brücke nicht für den Schwerverkehr ausreicht, greift nicht, weil die reine Erhöhung des Schwerverkehrs in der Region nicht im öffentlichen Interesse liegt.

Ganz im Gegenteil: der regionale Schwerverkehr, also der in Richtung Traunreut, Burgkirchen oder zur B304 bei Altenmarkt unterwegs ist, sollte sowieso über Burghausen bzw. Freilassing fahren, weil hier mit A94 und A8 die geeigneten überregionalen Verbindungen bestehen.

zu 3: eine zumutbare Alternative zum Standort Fridolfing besteht durchaus, und zwar auf Höhe Letten nördlich Laufen (Lkr. BGL). Denn hier wäre das Bauvorhaben deutlich umweltverträglicher, überdies viel kostengünstiger (besserer Untergrund) und hätte durch die kurzen Distanzen zu B20 und B156 eine viel bessere Verkehrswirksamkeit.

(Aber diese Alternative käme nur zum Tragen, wenn es gelänge, die überregionale Notwendigkeit der Brücke in diesem Gebiet zu beweisen.)


Erhaltung der landwirtschaftlichen Flächen vor Ort:

Unnötiger Flächenverbrauch durch die Zufahrtsstraße zur Brücke.

Des weiteren dadurch Bedrohung der anliegenden bäuerlichen Existenzen.

Wir brauchen aber die Bauern vor Ort für die regionale Lebensmittelversorgung.

Wir wollen keine Nahrungsmittel, die erst quer über den europäischen Kontinent gekarrt wurden, bis wir sie kaufen können.

Dr. Ulrich Wild, TU München: nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in unseren Breiten weniger Regen im Sommer, Zunahme der Niederschläge im Winter; daneben schwere Unwetter und längere Trockenperioden.

Landkreis Traunstein: möglicherweise drastische Erhöhung der Niederschläge.

daraus folgt: zunehmende Unsicherheit bei den Ernteerträgen; je weniger landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung stehen, umso stärker verschärft sich das Problem der Lebensmittelerzeugung.

kleiner Hinweis:

Gutes Ackerland ist längst zum angesagten Spekulationsobjekt geworden. Länder wie Japan oder Saudi-Arabien sind längst dabei, sich anderswo auf dem Globus (z. B. auf dem afrikanischen Kontinent) wertvolle Anbauflächen im großen Stil zu sichern.

Dabei unterschiedliche Beweggründe:

Japan: aufgrund der Insellage zu wenig Anbauflächen; die vorhandenen wurden dem Siedlungs- und Straßenbau geopfert;

Saudi-Arabien: Wüstenlage; kann durch die Klimakatastrophe die notwendigen Ernteerträge nicht mehr garantieren

China: die Umweltverschmutzung ist schon soweit fortgeschritten, dass Wasser und Boden bereits an viele Orten irreparabel verseucht sind.

Und was machen wir?

Wir haben hier in Südbayern mit die besten Böden im europäischen Vergleich. Und wir haben nichts Besseres zu tun, als diese mit immer mehr Straßen zu überbauen.

Und es gilt nach wie vor:

Der Bau einer neuen Laufener Brücke ist KEINE Alternative!!!

Eine Verkehrsstudie zeigt, dass die Brücke hauptsächlich von Salzburger Arbeitnehmern genutzt würde, die in der Region wohnen und die dem täglichen Stau bei Anthering und Bergheim über die B20 ausweichen wollen. Die Laufener und Oberndorfer selbst brauchen keine neue Brücke.



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